April 2011  

 

Die Wetterbedingungen sind nicht die besten - dennoch: Harbour Bridge, Darling Harbour und natürlich das spektakuläre Opera House werden von uns so häufig fotografiert, wie keine Sehenswürdigkeit zuvor. Diese Wahrzeichen sind eine absolute Attraktion für die Touristen aus aller Welt und haben Sydney an der geschützten und verzweigten Bucht an der Mündung des Parramatta Rivers zu einer wunderschön gelegenen Weltstadt gemacht.  

 

 

 

Eine pulsierende, multikulturelle Metropole, die seine Attraktivität zu großen Teilen dieser einzigartigen Lage am Wasser verdankt. Viele gute Tipps erhalten wir von Anne, bummeln mit ihr durch The Rocks, schlendern durch die Pitt Street Mall, die historische Strand Arcade, die Victoria Galeries und gehen an einem grauen, regnerischen Tag über die als ‚Kleiderbügel‘ bezeichnete Bogenbrücke, die Harbour Bridge.  

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stadt dagegen ist bunt von Flaggen, Menschen in Uniformen, Militärkapellen, Musikern in kilts and bagpipes (Schottenrocken und Dudelsack), denn es ist ANZAC Day.  

 

Paraden und Kranzniederlegungen sind den gefallenen Soldaten gewidmet, die für Australien und Neuseeland im Kriegseinsatz waren. Am Ende des Tages sind alle pubs und viele Uniformierte voll, obwohl manche Kneipe die Getränke auf maximal 4 pro Gast beschränkt.  

 

Das ansonsten untersagte Glücksspiel ‚two up‘ ist heute erlaubt und man steht an diesem Feiertag vielerorts geduldig Schlange um in die angesagten vorübergehenden ‚Spielhöllen‘ aber auch gerade eröffnete Konsumtempel zu kommen.  

 

Wir werden später vor der Oper angesprochen und völlig überraschend mit zwei Karten zu einer Comedy Gala beschenkt! So bewundern wir JØrn Utzons tollkühne Architektur von außen,  von innen die tolle Show der Bauchrednerin Nina Conti in einem der kleineren Säle.

 

Mit der von Anne empfohlenen Multi-Card können wir neben Bus und Bahn auch die öffentlichen Fähren nutzen und bewegen uns damit, nachdem die Beine müde und die ersten Regenschauer vorbei sind, auf dem Wasser zunächst flussaufwärts weiter an Cockatoo Island vorbei (wo 2012 das Weltkindertheaterfest seine Zelte aufschlagen wird!),  Kissing Point und Olympic Park bis Parramatta. Wieder ist die Sicht auf die City-Skyline und das Sydney Opera House der besondere Reiz!  

 

 

 

Die Ursprünge zu Großbritannien sind in Namen von Straßen und Parks unübersehbar: Hyde Park, Kings Cross, Paddington, George Street, Queen Victoria Building, Oxford Street usw. Dagegen sind Namen, die auf die Ureinwohner hinweisen, im CBD sehr selten. Bennelong Point, der Boden, auf dem die Oper steht, ist da eine Ausnahme.  

 

Wir flanieren durch den Royal Botanic Garden und schließen uns einer Führung durch das auf einer Halbinsel gelegenen Opernhaus an - anfangs ein höchst umstrittenes Gebäude, das 2007 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde und alle Bezeichnungen erträgt: skandalös, scheußlich, mutig, bedeutend, visionär, atemberaubend, genial, …!  

 

‚Der dänische Architekt (Utzon) hat Neuland betreten und (1956) etwas entworfen, das seiner Zeit weit voraus war ….. er baute ein Gebäude, das das Bild eines gesamten Landes verändert hat. Es ist das erste Mal zu unseren Lebzeiten, dass ein geniales Stück Architektur eine dermaßen universelle Präsenz errungen hat.‘
(Zitat Frank Gehry, Architekt).

 

Die Einzigartigkeit und Schönheit der Stadt um die legendäre Oper herum entfaltet sich beim Blick vom
250 m hoch gelegenen Observation Deck des Sydney Towers (305 m hoch).  

 

 

 

 

 

 

 

Wir buchen nicht nur den Skywalk, der uns an Sicherheitsleinen und in Spezialkleidung auf die äußere noch 18 m höhere teilweise gläserne Plattform bringt, sondern auch zum sunset einen Tisch im rotierenden Restaurant. Eine faszinierende Kulisse auf Millionen Lichter, die die Regenschauer des Tages vergessen und den Lärm der Stadt außen vor lassen.

 

 

 

 

Am letzten Tag unseres Aufenthalts besuchen wir am verregneten Vormittag das Powerhouse Museum und nehmen dann noch einmal eine Fähre nach Manly, spazieren am Shelly Beach entlang über das Gelände des Sydney Harbour National Park zum North Head und haben vom weitläufigen Gelände des National Artillery Musuems einen herrlichen Blick auf die Stadt.  

 

Am Abend treffen wir Anne wieder, und erstmals Arne, Kim und Christoph in Balmain, essen indisch, reden deutsch und tauschen allseitige Australien-Erfahrungen aus.  

 

Am Ende ist es auch die königliche Hochzeit, die uns Datum und Begebenheiten unserer Reise nach Sydney unvergessen machen wird. Gleichzeitig mit der australischen Premierministerin Julia Gillard,  die die Westminster Abbey betritt um der Vermählung von Kate & Wills beizuwohnen, kommen wir zuhause in Perth an, um TV-Zeuge einer fairytale zu werden.  

 

Es gibt im Governor’s Garden ein public viewing und es gibt auch in einigen australischen Familien (Frauen-runden) eine wedding party, zu der ‚Frau‘ sich ‚totally frocked up‘ trifft und gemeinsam die Zeremonie verfolgt.

 

Ich begnüge mich nicht nur mit der 8-seitigen Sonderbeilage der Tageszeitung, sondern enträtsle die Prominenz und bewundere Garderobe und Hüte der Damen im Fernsehen, während Holger die emails der letzten Tage updated, aber diese gut gemeinten Vorschläge aus der Zeitung ignoriert: 

 

…. and for the blokes (für die Kerle) …here’s a few other ideas if you don’t watch the Royal Wedding:

 

1.            Watch the paint dry
2.            Watch a footy game
3.            Eat a KFC bunless chickenburger


 

 

Herzliche Grüße auch von Holger

heute aus Sydney und Perth

 

Biggi   

 
91171