März 2011

 

 


 


Ganz aktuell wird unter der Homepage der City of Perth bekräftigt, dass die Hauptstadt Westaustraliens bei weltweit 140 bewerteten Metropolen erneut auf einem Platz unter den ersten 10 bei den ‚lebenswertesten‘ Städten liegt und man preist sich an gleicher Stelle selbstbewusst als führenden Standort für alle Bereiche des urbanen Lebens an.  

 

Ob meine Bildauswahl aus dem Central Business District das auch belegt und unsere nächsten Besucher diese Einschätzung ebenfalls teilen werden?

 


 

 

 

 

Wolfgang aus Walldorf bleibt ein paar Tage, bevor er nach Adelaide weiterfliegt und wir nutzen das verlängerte Labour-Day-Weekend für gemeinsame Aktivitäten.

 

 


Aussi Rules Football oder kurz: ‚Footy‘

 

Endlich schaffen wir es ins Subiaco Oval und sehen uns zusammen mit Wolfgang ein Testspiel an zwischen dem Ligasieger der letzten Saison: Collingwood aus Melbourne gegen den Letzten aus 2010: die West Coast Eagles aus Perth, das erwartungsgemäß von den Gästen gewonnen wurde.  

 

Dank Holgers gleichermaßen enthusiastischem wie auskunftsfreudigem einheimischem Nebenmann sind uns nun Regeln und Raffinessen dieser australischen Nationalsportart deutlich klarer und wir haben den Zweck der jeweils 4 Torpfosten und die unterschiedlichen Punkte für erzielte Tore bei dieser Vollkontakt-Sportart verstanden.  

 

Es ist ein schnelles Football-Spiel ohne Abseitsregel, dafür mit viel Körpereinsatz und aufsehenerregenden Kämpfen (ohne Schutzkleidung) um den elliptisch geformten Ball.  

 

In Australien spielt man Footy in einer Profileague mit derzeit 17 Teams. Im oval gerundeten Stadion von Perth (offiziell: Patersons Stadium, genannt: Subi Oval) tragen auch die Fremantle Dockers ihre Heimspiele aus und alle Saisonspiele sind mit rund 43.000 Zuschauern annähernd ausverkauft.  

 

Ende September wird das große AFL-Finale traditionell in Melbourne entschieden. Jede Saison beginnt der Kampf um die begehrte Trophäe einfach von neuem, denn es gibt keine Absteiger, eher entscheidet die finanzielle Situation der Teams über die Fortsetzung in der Liga. Der Tabellenletzte erhält einen Holzlöffel (wooden spoon), den die Fans aus Melbourne am Samstag den Anhängern aus Perth noch einmal schadenfroh unter die Nase hielten.


 

 

 

Die 4 Torpfosten beim Footy

Bild

 

 

Neben Australian Football sind Cricket und Rugby die Nationalsportarten und letzteres ist insbesondere in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland populärer als Footy, das Parallelen zum Gaelic Football aufweist und bei dem der Ball geschossen, geprellt und gefaustet werden darf – jedoch nicht geworfen!

 

Weltweit soll es nur wenige Ligen geben, die einen Zuschauerdurchschnitt von mehr als 30.000 pro Spiel aufweisen können. Die US Football- und Baseball-Ligen sowie die höchsten Fußball-Spielklassen in England und Deutschland gehören wohl dazu. Das jährliche Grand Final in Melbourne zieht in der Regel über 90.000 Zuschauer an und unterstreicht  damit die Beliebtheit hier.

 

Aber auch in Deutschland spielt man inzwischen diese ausgefallene Variante des Footballs: Frankfurt Redbacks, Munich Kangaroos, Berlin Crocodiles, Stuttgart Emus und Hamburg Dockers sind die passenden Namen der entsprechenden Teams.   

 

 

Auch die Besuchs-Kennenlern-Koch-und-Erfahrungs-austausch-Aktion mit den Osnabrücker Weit­reisenden Natalia und Konrad rückt in greifbare Nähe: Aus virtuellen Kontakten wird eine wirkliche Begegnung!  

 

Mitte März werden sie zu uns nach Perth kommen; Vorfreude versteht Natalia jedenfalls bestens zu schüren:    http://www.weitreise.de/2011/02/19/gotterspeise-mal-anders/



Mit jedem Besuch, den wir hier nicht nur virtuell sondern wirklich für einige Tage in Perth haben, verbinden wir ganz eigene, immer bereichernde Erinnerungen. Zum einen versuchen wir zusammen mit unseren Gästen auch etwas für uns Neues zu sehen oder zu unternehmen, zum anderen bringen die unter-schiedlichen Besucher ihre persönlichen Ideen, individuellen Reiseerlebnisse und immer so viel interessanten Gesprächsstoff mit, dass ein Erfahrungsaustausch stets belebend ist.  

 

Mit einem gemeinsamen Frühstück läuten wir eine kulinarische Woche mit Natalia und Konrad ein, und haben uns gleich so viel zu erzählen, dass wir am ersten Tag nur noch einen kleinen Rundgang durch die Innenstadt schaffen.  

 

Die beiden kommen zwar passend zur aktuellen Veranstaltungsreihe eat.drink.perth.2011 und dem Chili-Festival in Fremantle, haben aber selbst so viele leckere und ausgefallene Rezepte von ihrer bisherigen Tour im Gepäck, dass eine köstliche Weltreise in den kommenden Tagen vor uns liegt und unsere Küche in ein Feinschmecker-Mekka verwandelt.

 

Lediglich auf frische Bananenblätter müssen wir verzichten – exotische Zutaten und Gewürze können wir in einem der unzähligen Asia-Shops kaufen, frischen Fisch dazu bei Kailis und alles Weitere für balinesische, thailändische, polnische und spanische Gerichte ist im örtlichen Supermarkt verfügbar.  

 

Zum Entzücken aller Esser werden die weniger mundenden Rezepte aus der Mongolei durch ein „mongolisches Trinkspiel“ ersetzt und damit fades Fleisch gegen kreative Wort- und Turnakrobatik getauscht – alles mit dem Ziel, möglichst viel Wodka abzubekommen.   

 

 

 

Die beiden fröhlichen Weitreisenden sind nach einigen Monaten im asiatischen Raum richtig gerne in Australien angekommen, teilen schnell unsere Begeisterung für diese schöne Stadt, atmen auf, erfreuen sich an der Gelassenheit von Perth und uns mit Geschichten und Gerichten. Eine Woche schlemmen wir reichhaltig, lachen viel und tauschen vergleichbar ausgiebig Rezepturen, Schnappschüsse und nicht nur Schnapsideen aus.

 

Soll ich euch den Mund wässrig machen und verraten, was auf unserer Speisekarte stand? Einfacher ist es, wenn ihr Natalias aktuelle Einträge bei www.chefkoch.de  lest und die gleich mitgelieferten Rezepte ausprobiert: http://www.chefkoch.de/magazin/artikel/1724,0/Chefkoch/Kulinarische-Reise-um-die-Welt.html

 

 

 

Außerdem: Zum wiederholten Mal präsentiert der Cottesloe Beach eine Skulpturenausstellung direkt am Strand. Hier eine kleine Auswahl von rund 70 Exponaten:


 

 

 

Wir stechen am 26. März in See! Mit dem Segler Leeuwin II geht es am Nachmittag auf den Pazifik hinaus und zum Sonnenuntergang zurück nach Fremantle. Es klingt nach Abenteuer, ist aber eher ein Segelgenuss für Landratten, die sich entweder ganz dem passiven Vergnügen hingeben oder die zumeist aus Volunteers bestehende junge Crew beim Setzen und Einholen der rund 800m² Segel tatkräftig und auf Komando des Kapitäns unterstützen können.  


 

 

 

Der Dreimaster Leeuwin II ist eine Art Segelschulschiff, das insbesondere Jugendgruppen für 3-12 Tage an Bord nimmt, sie nautisch ausbildet und an Bord gleichzeitig Teamgeist, Durchhaltevermögen und andere skills fördert, die auf einem Segeltörn gefordert sind.     

 

 Um dieses besondere Erlebnis für Jugendliche möglich kostengünstig zuhalten veranstaltet die Leeuwin Ocean Adventure Foundation Ltd an einigen Wochenenden auch kürzere Ausflüge, die mit 95 $ pro Nase recht teuer sind, allerdings die gute Arbeit dieser non-profit-organisation finanzieren helfen. Aha & Ahoi!!!     

150 (zahlenden) Seelen an Bord bedeuten ein vollbesetztes Schiff und viel Arbeit für den Smutje, der alle mit kleinen Snacks versorgt.



 

‚Nothing beats beef‘:   

 

Um richtig viel Fleisch geht es am nächsten Tag beim  Butcher’s Picnic auf der North-bridge Piazza. Ein Event, der Holger einen gegrillten Happen zur Mittagszeit und mir eine neue Vokabel einbringt:   

 

meat aficionado = Fleischliebhaber.   

 


 


 

  

 

Aber, nicht nur der leckerste Burger soll in einem Wettbewerb gekürt werden, sondern halbnackte Metzgerburschen posieren und konkurrieren außerdem um einen Platz im geplanten Fotokalender der lokalen Fleischerinnung.  

 

 

Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, dass hier der Feierabend am Freitag süffisant und höchst doppeldeutig als meet/meat show tituliert wird, wenn man sich zum Happy Hour Drink trifft und dabei vornehmlich die jungen Damen viel Fleisch zeigen.

 


Natalia und Konrad gucken noch einmal kurz vorbei und wir stoßen auf ihren RUFUS an, einen 4-Wheel-Camper, der in den kommenden Wochen für die beiden mehr Gefährte denn Behausung, mehr rollendes Abenteuer denn schnödes Automobil durch Westaustralien sein wird. Ohne einen abendlichen Ausflug in den Kings Park mit Blick auf die Skyline der Stadt und ein Little Creatures konnten wir die beiden allerdings nicht ziehen lassen und freuen uns nach ihrem Abschied aus Perth schon auf die weiteren Reiseberichte unter www.weitreise.de.

 

 

 

 

 

Erdbeben und Tsunami in Japan mit den Folgeschäden am Atomkraftwerk Fukushima sind zur Zeit Nachrichten, die weltweit alle Menschen erschüttern und zutiefst besorgen! Ebenso die politischen Umwälzungen in Tunesien, Ägypten, Libyen  beherrschen die Berichte in allen hiesigen Medien. Was im Jemen, Bahrain, Syrien geschieht verfolgen wir auch in Australien.


Ist bei vielen Krisenherden die große Distanz eher eine ‚gefühlte‘ Erleichterung, so fällt es mir zunehmend schwerer, auf die ebenfalls weit entfernte Familie zu verzichten. Es wird wieder Zeit für einen Bikini-Tag!!!

 

Cheers!

Biggi 

 

 

 

    

 


   

 

 

 

 

 
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